Downshiftig

Führt weniger Karriere zu mehr Lebensfreude?

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit alternativen Arbeitsmodellen. Von der Vier-Tage-Woche bis hin zum remoten Arbeiten ist einiges dabei. Oft liegt der Anreiz solcher Modelle darin, neben der Arbeit auch mehr Zeit für andere Dinge zu haben und die Work-Life-Balance zu verbessern. Ein weiteres Modell, welches immer mehr Beliebtheit erfährt, ist das sogenannte Downshifting. Hierbei geht es nicht um Konsumverzicht, sondern der Karriereverzicht steht im Mittelpunkt: weniger arbeiten, mehr leben. Das bewusste und geplante Reduzieren der Arbeitsstunden lässt mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens – für sich selbst, für die Familie, für Freunde, Hobbys, Reisen. Allerdings hat Downshifting auch Nachteile: weniger Gehalt, mehr finanzielle Unsicherheit, keine aufsteigende Karriere. 

Immer mehr Menschen fühlen sich überfordert und ausgepowert. Unteranderem Leistungsdruck und Digitalisierung lassen viele Personen an der eigenen Sinnhaftigkeit und die ihrer Tätigkeit zweifeln. Das beruflich „Herunterschalten“ eröffnet die Möglichkeit sich herauszunehmen, neu zu orientieren und mehr Zeit für die wesentlichen Dinge des Lebens zu haben.
Immer mehr Berufstätige wünschen sie sich ein sinnvolles, weniger aufreibendes Leben. Sie suchen eine sinnvolle Alternative zum Stress und Druck des Berufslebens. Mehr Lebensfreude und Zufriedenheit und eine ausgeglichene Work-Life-Balance spielen dabei eine wichtigere Rolle als der Erfolg im Job. Es geht um die individuelle Optimierung des eigenen Lebensentwurfs.
Nicht selten gehen dem Wertewandel ein einschneidendes Erlebnis oder ein Burnout voraus, die die Menschen zum Umdenken bringt. Hervorzuheben ist, dass das bewusste Herunterschalten nichts mit dem Alter zu tun hat. 

Wer sich für das Konzept des Downshiftings entscheidet, der muss in der Regel mit Einbußen in Karriere und Finanzen rechnen. Zudem wird ein solcher Schritt in unserer leistungsorientierten Gesellschaft meist immer noch als Schwäche oder Versagen angesehen. Nicht selten reagieren Kollegen und Mitmenschen mit Ablehnung, Widerständen oder Unverständnis darauf.
Demnach kommt dieses Konzept für berufs- und karriereorientierte Menschen sicherlich kaum infrage. Ebenso für diejenigen, die Wert auf ein hohes Einkommen mit entsprechendem Status legen.
Wer zusätzlich seine eigenen Bedürfnisse nicht ignoriert, auch mal Nein sagt und sich etwas weniger aufbürdet, der kommt besser und gesünder durchs Leben – im Job ebenso wie in der Freizeit. Downshifting kann der richtige Weg sein, ist aber nicht für jede Person die korrekte Lösung.  

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Veröffentlicht am: 22. Mai 2023

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