Burnout

Was für Burnout-Formen gibt es und wie äußern sie sich?

Burnout ist kein eigenständiges Krankheitsbild im engeren medizinischen Sinn, sondern wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Syndrom infolge chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Arbeitsstresses beschrieben. In der Praxis sprechen Ärzte jedoch häufig von Burnout, wenn Menschen durch anhaltende Überlastung körperlich und seelisch erschöpft sind.

Es gibt keine offiziell anerkannten “Burnout-Formen”, aber verschiedene Muster und Ausprägungen.

  1. Klassisches Burnout (Überlastungs-Burnout)

Die häufigste Form entsteht durch dauerhafte Überforderung.

Typische Anzeichen:

  • starke Erschöpfung
  • Gefühl, ständig müde zu sein
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Gereiztheit
  • Verlust von Freude und Motivation
  • Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein
  1. Unterforderungs-Burnout (Boreout)

Hier entsteht die Erschöpfung durch dauerhafte Unterforderung, Monotonie oder Sinnverlust.

Typische Anzeichen:

  • Langeweile
  • fehlende Motivation
  • innere Kündigung
  • Müdigkeit trotz geringer Belastung
  • Frustration
  • Gefühl der Sinnlosigkeit
  1. Burnout durch emotionale Belastung

Häufig bei Berufen mit intensiver Betreuung anderer Menschen, z. B. in Pflege, Medizin, Sozialarbeit oder Erziehung.

Typische Anzeichen:

  • emotionale Erschöpfung
  • Mitgefühlsmüdigkeit
  • Gleichgültigkeit gegenüber anderen
  • Rückzug
  • Schuldgefühle
  1. Perfektionismus-bedingtes Burnout

Menschen mit sehr hohen Ansprüchen an sich selbst sind besonders gefährdet.

Typische Anzeichen:

  • ständiger Leistungsdruck
  • Angst vor Fehlern
  • Schwierigkeiten, Aufgaben abzugeben
  • Selbstzweifel trotz guter Leistungen
  • nie das Gefühl, genug getan zu haben

Typische Symptome eines Burnouts
Burnout betrifft meist mehrere Bereiche gleichzeitig.

Körperlich

  • dauerhafte Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Kopf-, Rücken- oder Muskelschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • häufige Infekte

Psychisch

  • emotionale Erschöpfung
  • Hoffnungslosigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Angst
  • Reizbarkeit
  • Verlust von Interesse
  • verminderte Belastbarkeit

Geistig

  • Konzentrationsprobleme
  • Vergesslichkeit
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • verlangsamtes Denken

Verhalten

  • sozialer Rückzug
  • sinkende Arbeitsleistung
  • vermehrte Fehler
  • erhöhter Alkohol- oder Medikamentenkonsum
  • Vernachlässigung von Hobbys und Kontakten

Die drei Kernmerkmale nach Christina Maslach
Die Psychologin Christina Maslach beschreibt Burnout anhand von drei zentralen Merkmalen:

  1. Emotionale Erschöpfung – das Gefühl, innerlich “leer” zu sein.
  2. Depersonalisation bzw. Distanzierung – zynische oder gleichgültige Haltung gegenüber der Arbeit oder anderen Menschen.
  3. Verminderte Leistungsfähigkeit – das Gefühl, nicht mehr wirksam oder kompetent zu sein.

Burnout oder Depression?
Die beiden Zustände können sich überschneiden, sind aber nicht dasselbe.

Burnout Depression
Oft zunächst auf Arbeit oder eine bestimmte Belastung bezogen Betrifft meist alle Lebensbereiche
Beschwerden bessern sich manchmal in längeren Erholungsphasen Symptome bestehen oft unabhängig von der Situation
Hauptmerkmal: Erschöpfung Hauptmerkmale: anhaltende Niedergeschlagenheit und Interessenverlust
Kann in eine Depression übergehen Ist eine eigenständige psychische Erkrankung

 

Eine eindeutige Abgrenzung ist nicht immer möglich. Viele Menschen mit ausgeprägtem Burnout erfüllen gleichzeitig die Kriterien einer Depression.

Wann sollte man Hilfe suchen?
Wenn die Beschwerden über Wochen anhalten, die Leistungsfähigkeit deutlich nachlässt oder Gedanken wie Hoffnungslosigkeit, starke Verzweiflung oder Suizidgedanken auftreten, sollte eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung erfolgen. Eine frühzeitige Behandlung – etwa durch Stressreduktion, Psychotherapie, Veränderungen am Arbeitsplatz und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung bei einer begleitenden Depression oder Angststörung – verbessert die Aussichten deutlich.

 

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Veröffentlicht am: 24. Juli 2026

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